Lena Braun
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Die Künstlerin und Kuratorin Lena Braun aka Queen Barbie

beschäftigt sich in ihrer aktuellen künstlerischen Arbeit seit 2004 mit weiblicher Biographie. Nach ausgiebiger Recherche schlüpft sie in Rollen von Frauen, die sie faszinierend findet. In ihrem aktuellen Zyklus reinsziniert sich die Künstlerin nach Angelika Kauffmann, Baronin Leonie Puttkamer Gessmann, Julie Burchill und Anita Berber nun als Peggy Guggenheim, Djuna Barnes und die Baroness Elsa von Freytag-Loringhoven. So entstanden zum einem mit Selbstauslöser festgehaltene klassische analoge Schwarz-Weiß Bilder, die die Ausgangsbasis zu den großformatigen Siebdruckarbeiten Lena Brauns sind, wie auch digitale aufwendig bearbeitete Fotografien aus der Hand von Iris Weirich, Miniaturen im Retro-Postkartenformat.
Lena Braun aka Queen Barbie machte ihren Magister Artium an der Freien Universität Berlin in den Fachbereichen Kommunikation und Literatur. Sie arbeitet seit 1988 genreübergreifend in den Bereichen bildende und darstellende Kunst. Lena Braun wurde durch ihre Projekträume Galerie Bichette, Galerie Loulou Lasard, Boudoir, Barbie Deinhoffs und studioxxberlin bekannt. Ihre Arbeiten wurden in Galerien und auf Festivals in Berlin, dem europäischen Ausland und in New York gezeigt.
Die Personen Djuna Barnes, der weibliche James Joyce der Literatur Peggy Guggenheim, die Förderin der entarteten Künstler der Nachkriegszeit Baroness Elsa von Freytag-Loringhoven, die erste Performance-Künstlerin in der Dadawelt New Yorks.
Djuna Barnes wurde eine Zeit lang von Peggy Guggenheim gefördert und schrieb ihr Meisterwerk NACHTGEWÄCHSE während eines Aufenthalts in einem Ferienhaus der Mäzenin. Die Dada-Baroness Elsa und die Literatin Djuna waren phasenweise befreundet, verreisten gemeinsam und korrespondierten miteinander. Die drei Damen sind durch ihre Exzentrik auffallende Personlichkeiten einer faszinierenden Ära, sie sind ungewöhnlich, unangepasst und wegweisend. Von Peggy Guggenhein gibt es viele Fotos, eine Auswahl aus ihnen zu treffen fällt nicht leicht. Peggy in Venedig, Peggy im Atelier, Peggy mit den Hunden, Peggy mit Freunden und Künstlern. Nicht alle reinszenierten Fotos sind Siebdrucke geworden, aber alle Motive sind in das heutige Berlin und den tatsächlichen Dunstkreis der Aktionistin übergesiedelt: Lena Braun spielt Peggy im Venedig des Nordens. Von Djuna Barnes gibt es wesentlich weniger Aufnahmen und die Produktion ist auch noch nicht beendet, wir reinszenieren die nächsten Wochen noch Djuna auf einem Boot auf der Spree und durch die Straßen der Metropole schlendernd mit Charlie Chaplin. Von Elsa gibt es auch nur wenige Aufnahmen und die meisten sind Schnappschüsse. Einzig Man Ray hat die skandalöse Performerin wirklich inszeniert.
Gegen den Strich, fast malerisch, ist der Farbauftrag auf den Reinszenierungen der drei Ikonen. Der Duktus erinnert bisweilen an Pollock und Ernst, die von Peggy gefördert wurden, mutig und einzigartig. Jedes Motiv gibt es nur wenige Male, die Auflagen sind 5 bis 10 Exponate, kein Druck gleicht dem anderen, da bei jedem Druckvorgang die Farben in all ihrer Verspieltheit und Präzision separat und unterschiedlich aufgetragen werden.
 

 
© Lena Braun, design by nachgesalzen