I DID IT MY WORK PDF Print E-mail
Lena Braun

Immer irritieren ihre Arbeiten und Aktionen sowohl Kunstbetrieb als auch Kunstkonsumenten. Geschichte wird neu erzählt, das Weglassen und Betonen von Geschehenem als eigenes Recht definiert. Dinge, die verlangt werden, die Kategorien sind, werden in Frage gestellt. Durch diese Umstände entfernt sich das Klischeé, sucht sich Bedeutung, rast wie Schmelzwasser durch wirres wüstes Land. Lena Braun wehrt sich gegen die Verharmlosung und Entpolitisierung des Genderbegriffs in Kunst und Gesellschaft und füttert mit schmackhaften Regelbrüchen und unkeuscher Ironisierung, das zum Schoßhund der Börse verkommene Business der Kunstpräsentation.

Stets betont sie, den White Cube, den habe der Hitler erfunden, dann sei er fälschlich Bauhaus zugeordnet worden und hätte so auch fälschlich die Daseinsberechtigung erhalten. „Verheerend“, sagt sie, „das Experimentelle, jenseits der Serientat, wird unmöglich gemacht. Es ist schlicht nicht salonfähig. Das Standpunktlose ist sakral, das Dekorative ein Wunder. Wahrscheinlich haben zu wenig gestandene Männer die Syphillis. Sonst wäre das heiter Absurde Teil des ach so steif gewordenen Reigens. Das Entartete wird ja gar nicht mehr geboren, es eliminiert sich selbst schon vor der eigenen Geburt.“

Auf den ersten Blick gar nicht weiter provokant, die neue Serie. Wertvolle Handabzüge, pur, untouched by Photoshop, in schlichten weißen Passepartouts, der Rahmen fehlt. Dann als Antagonismus dazu haptisch handgemachte Rahmen aus Verpackungsmaterial. Sie umschließen schlichte Laborabzüge, zum Schweigen gebrachte Schlaglichter, aseptisch geworden durch ein Schweißgerät für Tiefkühlkost.

Bittere Tränen einer verlorenen Liebe in silbernen und goldenen Plastikrähmchen, hinter Glas, Text. Dazu ein Life-Akt der Selbstverstümmlung. Im Anschluß: das Abendmahl. Winzige Frauenleiber und roter Wein, die Absolution ist Dein. Die Einverleibung und Auferstehung der Baronin Puttkamer-Gessman. Schaun wir vorbei. 

Dienstag, den 4. März 2008, 19h in der Galerie Area 53, Gumpendorfer Straße 53, Wien